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 Arbeitslager Nummer 2

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Starfire
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BeitragThema: Arbeitslager Nummer 2   Mo Feb 25, 2013 12:00 pm

Das Arbeitslager Nummer 2 der Gamma Schicht liegt zwischen den Alpha Städten Atlanta und New Vegas.
Im Lager werden vorwiegend Massentierhaltung und Treibhäuser betrieben. Beides gleichermaßen hoch technologisiert und futuristisch. Die Aufzucht eines Brathähnchens dauert z.B. nur ca. 2 Tage.
Die Sklaven Hausen in einer großen Halle, wo einige Trennwände 'Privatsphäre' vorgaukeln sollen. Sanitäre Anlagen gibt es dafür reichlich, schließlich soll hier alles ganz hygienisch vorgehen. Etwas weiter abseits der Halle gibt es außerdem eine große Grube, wo die sogenannten 'Cage Fights' ausgetragen werden. Hier kann man sich angeblich einen Platz in der Alpha oder Beta Bevölkerung sichern!
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Sawyer

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BeitragThema: Re: Arbeitslager Nummer 2   Mo Okt 07, 2013 4:02 am

cf: Olymp

Sawyer konnte sich gerade noch so zusammenreißen, nicht in sein Getränk zu prusten. Mit versteinertem Ausdruck stellte er die Tasse ab und fixierte Star eindringlich. Dass er den Rebellen Gefälligkeiten schuldete war ihm schon klar, aber den Drang dafür in ein Arbeitslager zu gehen, hatte der Mann nicht. Das hatte er zu keinem erdenklichen Zeitpunkt. Der Präsident hatte ihn ja selber vor die Wahl gestellt, ob er sich fürs Exil oder Sklaventreiberei in einem der Lager entschied. Das Elend der Gammas dort war Nathan schon immer nahe gegangen, deswegen hatte er jeglichen Kontakt vermieden und als Elitesoldat hatte er letztendlich sowieso andere Aufgaben. Zuletzt hatte ihn sein Weg  vor gut einem Jahr in eins der Camps geschickt und das lediglich aufgrund eines Gefangenentransports. In einem Anflug von Selbstkasteiung fand sich der Kanadier mit der Tatsache ab, tief in seinem Inneren wusste er, dass die Ares guten Grund für so eine Entscheidung hatte. Allmählich verscheuchte sein gesunder Menschenverstand die durch die Oberschicht gesäte Skepsis und er akzeptierte die Dinge, wie sie waren und diesen Funken Hoffnung hatte Starfire in seinem durchgewaschenen Gehirn gefunden. Seine 'ketzerischen Anwandlungen' fanden hier Gehör, anstatt dass sie durch Drohungen beschwichtigt wurden und seine ehrliche Meinung als gesellschaftliche Gefährdung stigmatisiert wurde. Folgsam ging er der jüngeren Frau hinterher und nahm das Erkennungszeichen von Zeus Kindern entgegen. Auch ohne Stars Warnungen hätte er sich gehütet, den Schmuckstein wie eine Trophäe herumzutragen. Der olympische Blitz war ein bekanntes Merkmal der Aufständischen und Andersdenkenden. Der Regierung war das Fable der Widerständler für griechische Mythologie nicht unbekannt und als anständiger Alpha tat man diesen Götterglauben als Irsinn ab. Sämtliche Religionen nebst des Kevinismus waren offenkundig verpönt, aber das war nichts im Vergleich zu den Sanktionierungen die einen erwarteten, wenn man es sich wagte von antiken Mythen zu sprechen.
Die Gastfreundschaft seiner Befreierin nahm Sawyer nicht mehr allzu lange in Anspruch, er saß wie auf heißen Kohlen. Er hatte sich nur wenig mit dem Gedanken beschäftigt, was er seinen alten Freunden für eine Lüge auftischte, wie er es zum zweiten Mal unbeschadet aus den Fängen der bitterbösen Rebellen geschafft hatte, ohne zu konvertieren. Schwindeln und Manipulieren fiel ihm leicht und je unüberlegter seine Worte waren, desto glaubwürdiger klangen sie.
Er informierte Starfire am Tag der Abreise nur darüber, dass er einen Zwischenstopp in New Vegas machen würde, ehe er seiner Mission im Arbeiterlager nachging, damit er sich dort mit seinen militärischen Vorgesetzten in Verbindung setzen konnte. Da sie ihm deutlich gemacht hatte, dass der Erfolg der Angelegenheit alleinig in seinen Händen lag und es ihr gleichgültig war, wie er die Alphas infiltrierte, weihte er sie nicht in seine Pläne ein. Sie konnte sein Vorhaben ja telepathisch erkunden, sollte sie es doch noch unbedingt wissen wollen. Wie bei seinem letzten Besuch, verließ er die Stadt nicht bei vollem Bewusstsein. Man hatte ihm Olymp gezeigt, das bedeutete aber nicht, dass er soweit war zu wissen, wo die Hauptstadt sich befand. In der Nähe von York wurde er abgesetzt, bewaffnet mit einem Taschenmesser und einem Jutebeutel.
Sawyer war mit gerade soviel Proviant versorgt, wie er brauchte um beim Eintreffen in seiner Heimatmetropole überzeugend rüber zu kommen, was hieß, dass er halb verhungert vor den Toren New Vegas ankam. Die paar Buttons die ihm zugesteckt worden waren, hatte er zum größten Teil für den Schnellexpress von York nach Atlanta verbraucht. Da es sich dabei um das Schienennetz der Arbeiterklasse handelte, war von 'schnell' keine Rede. Den Rest legte er zu Fuß zurück.
Die harten Einreisebedingungen für Nicht-Alphas lernte Sawyer nun auch noch näher kennen. Es gab insgesamt zwei Gates für Betas und die Kontrollen waren strickt, da nur Einwohnnern der Betasiedlung und wenigen Händeln der Zutritt gewährt wurde. Zum Leidwesen der Oberschicht versuchten sich ständig Neuankömmlinge hineinzuschmuggeln, Betas und zum Teil auch Gammas, letztere wurden erbarmungslos abgeführt und unter dem Vorwand in ein Arbeitercamp verfrachtet zu werden, noch vor Ort getötet. Es war für Nathan unverständlich, wieso die Menschen sich vor den Mauern der Hauptstadt so tummelten, bedauerlicherweise dachten sie nämlich alle, sie könnten in New Vegas ein besseres Leben führen, als persönliche Angestellte von hochrangigen Alphas zum Beispiel. Ein Großteil war die weite Strecke von Buffalo hergereist, wo durch den hohen Bevölkerungsanteil an Betas und das Vorherrschen des Militärs ähnlich schlechte Verhältnisse herrschten wie in Colorado Springs.
Die lange Schlange an Wartenden schien nicht kürzer zu werden, es dauerte locker drei Stunden, bis Nathan am Hauptdurchgang angekommen war. Der Wärter hielt ihm einen Scanner vors Gesicht und ergötzte sich dann an der unangenehmen Situation des Elitesoldats. Wenigstens kaufte er ihm ab, dass er als Undercoveragent in Schwierigkeiten geraten war. Wahrscheinlich half Sawyers barscher Befehlston etwas nach, denn er faltete den unverschämten Kerl vor versammelter Meute zusammen. Offensichtlich stand bei den Daten der Gesichtserkennung immer noch, dass er ein Panthera war, denn danach eskortierte der Wächter ihn mit zusammengesunkener Haltung in die Katakomben. Seinen Boss hatte er bereits benachrichtigt. Das mulmige Zerren in der Magengegend vertrieb Nate, indem er sich bei dem Typ von der Grenzwache Kippen schnorrte und sich genüsslich einen Glimmstängel gönnte, seine erste Zigarette seit über einer Woche. Vom weiten hörte er schon die Stimme des Pantherachefs durch die Gänge hallen.

„Wie man auf den Aufnahmen unweigerlich erkennen kann, wurde ich verschleppt. Die Rebellen haben gehofft doch noch durch mich an wichtige Informationen zu kommen. Sie waren anscheinend der Meinung, als Panthera wurde ich in alle Staatsgeheimnisse überhaupt eingeweiht und meine Teilnahme an den Cagefights hatte einen anderen Beweggrund, als meine Verbannung ins Exil.“,
sagte Sawyer trocken und sah seinem Vorgesetzten mit gerunzelter Stirn entgegen, mimte seine Opferrolle oscarwürdig.
„Und sie finden das klingt plausibel, Mr. West? An welche Informationen wollten die und warum um alles in der Welt sollte der Abschaum sich gleich zwei Mal einen Wurm wie Sie rauspicken? Wie ich sehe haben die sich sogar um ihre Wehwehchen gekümmert?“
„Das war etwas persönliches. Wie in Fort Vegas war Subjekt Starfire involviert, in Fort Vegas hatte ich einen ihrer Verwandten im Verhör, ihren Bruder oder so.“, dichtete sich Nathan zusammen und krempelte sich gemächlich seine Ärmel hoch, deutete auf einige kreisrunde Verbrennungen am Unterarm. Er hatte sich die Wunden selber zugefügt, sie Elektroden nachempfunden, bei kibernetischen Organgen war das eine beliebte Foltermethode „Einen Tauben kann man schlecht befragen, also haben sie mich vorher geheilt. Die haben mächtigere Mutanten in ihren Reihen, als wir es uns ausgemalt haben. Ich wurde quasi per Handauflegen geheilt. Kein Wunder, dass die sich für den Nanotechnischen Manipulator interessieren.“
Das Pantheraoberhaupt riss erschrocken die Augen auf: „Das ist unmöglich.“, stammelte er dann und Sawyer merkte, dass er fast gewonnen hatte.
„Keine Sorge, ich habe dicht gehalten. Ich hab von so einem Kram auch keine Ahnung, Boss.“
Der Nanotechnische Manipulator war ein streng gehütetes Geheimprojekt der anerkanntesten Genetiker der Alphas. Nur die wenigsten wussten von der Waffe, die einen Impuls aussenden konnte und damit das Erbgut verändern konnte. Ursprünglich war es entwickelt worden, um die DNA von unerwünschten Mutationen zu befreien. Die Wissenschaftler kämpften allerdings mit starken Nebeneffekten, denn der Impuls löschte nicht nur Mutationen, sondern aktivierte auch in den meisten Fällen sogenannte Letalfaktoren in den Genen, die den Patienten umbrachten.
Der ältere Mann am Platz gegenüber war ganz still geworden und kritzelte Notizen auf Sawyers Akte. Nathan nutzte die Chance und rundete seine Geschichte ab.
„Ich konnte aufschnappen, dass sie mich nach Sodom gebracht hatten. Also habe ich abgewartet und zu meinem Glück haben unsere Leute nicht lange auf sich warten lassen. Während eines Angriffs konnte ich fliehen.“
Es folgten noch ein paar Einzelheiten, wie er eine Karawanne überfallen hatte oder wie sie ihm anfänglich den Ortungschip entnommen hatten und dass er hier war, um sich für das Dienstangebot Russels im Arbeitslager zu melden. Die Neuigkeiten hatten wie eine Bombe eingeschlagen, Sawyer hatte sich schon bessere Storys aus den Rippen geschnitten, aber es hatte ja geklappt.
Zu seinem Erstaunen hatte er den Rest des Tages freigang und bereitete sich in seiner noch nicht zwangsversteigerten Wohnung auf das Kommende vor.

Am nächsten morgen brach er dann zum Arbeiterlager auf, sein Äußeres erinnerte an sein altes Selbst, in sauberer Uniform und mit frisch rasierter Visage. Das Blitzemblem hatte er an einer dünnen Lederkette um den Hals gehängt und unter seinem Shirt verborgen. Die hellgrauen Streifen auf seinen Schultern stimmten ihn positiv, er war als Kommandant eingeteilt worden und nahm somit eine der höchsten Positionen ein. Das würde die Tortur erleichtern. Vor Ort stellte Sawyer fest, dass er seine Kollegen wenn überhaupt nur flüchtig kannte, es gab also schon mal kein Problem, was seine Führung anbelangte.  
Die ersten Komplikationen bahnten sich erst am dritten Tag an, als Sawyer die Listen an den spartanischen Wohnbaracken der Gammas entdeckte. Die Sklaven stritten sich um einen Platz auf dem vergilbten Papier, es ging um die Teilnahme bei einem Cagefight, die hier wöchentlich stattfanden, in kleinem Ausmaße natürlich.
„Das wird total geil! Die werden sich wieder die Köpfe einschlagen!“, rief ihm Ramsey, der ihm unterstellt war, voller Begeisterung zu, als er sah wie Sawyer sich das Blatt beguckte.
„Fantastisch. Jetzt geh wieder auf deinen Posten.“, erwiderte der Blonde knapp.
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Starfire
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BeitragThema: Re: Arbeitslager Nummer 2   Mo Okt 07, 2013 8:14 am

cf: Olymp- Wohntürme

Nachdem Sawyers neuer Arbeitsplatz in trockenen Tüchern lag und er im Personal eingegliedert worden war, herrschte wieder derselbe graue Alltag im Lager. In der Massentierhaltung züchtete man die potenziellen Steaks und Fleischbrocken in Windeseile, während man in den Treibhäusern unter Akkordarbeit die Pflanzen bearbeitete. Die Maschinen, welche für die Endverarbeitung zuständig waren, gipfelten wie eiserne Riesen in den mächtigen Hallen der Produktionswerkstätten. Hier war einst Booga eingesetzt worden um der Elektronik gerecht zu werden. Andere hatten seinen Platz eingenommen.
Da hier Nahrung produziert wurde und es sich nicht um ein Bergwerk o.ä. handelte, sollte man annehmen die Menschen wären wohl genährt. Tatsächlich wirkte der Großteil jedoch hager. Manche sogar wie ein Gerippe. Leute, die im direkten Kontakt mit den Lebensmitteln standen, wirkten gepflegter, sauberer. Unter ihren Augen befanden sich trotzdem dunkle Tränensäcke. Sie arbeiteten wie fleißige Bienchen – sofern es in ihrer Macht lag. Manche der Gammas waren bereits von dem Stress so aufgezehrt, dass sie kaum Tempo halten konnten.
Wenn ein Aufseher jedoch so etwas bemerkte, wurden Strafen vergeben.
Um den neuen in ihrem Bunde einzuarbeiten, war Nathan als Kollege Milo Newman zugeteilt worden. Der 43 Jährige überragte Sawyers Gestalt um einen Kopf und wog sogar ungefähr das Doppelte von ihm. Im beigen Overall wirkte der Koloss wie ein störender Fleck in der Gegend. An seinem Gurt bimmelte beim Laufen sein Schlüsselbund. Der Prügelstock wippte mit.
„Also hier haben wir die Arbeiterbienchen“, sagte der Dunkelhaarige und hüstelte rau vor sich her. Mit knirschenden, vergilbten Zähnen kaute der braun gebrannte Beta auf einem Menthol Bonbon herum und blickte gleichgültig zum West hinüber. „Manchen von ihnen sieht du gleich an, dass sie gleich schlapp machen. Einmal ist schon okay, aber sollte sich das wiederholen, musst du einschreiten.“
Milo erklärte, wie man der Faulheit der Leute entgegenwirken konnte. Noch zur selben Stunde demonstrierte er es sogar, indem er ein junges Mädchen abführte und ihr ein paar kräftige Hiebe verpasste. Sie jaulte vor Schmerzen, war jedoch durchaus in der Lage weiter zu arbeiten. Das war angeblich das wichtigste, was zunächst zu erlernen war.
„Sie dürfen nicht einfach so ausfallen. Ich hätte ihr auch das Nasenbein brechen können, aber dann könnte sie nicht weiter arbeiten. Richtig verprügeln solltest du sie wirklich nur im äußersten Fall. Wenn sie frech werden, zum Beispiel!“
Weitere Abteilungen wurden durchforstet. Bedrückt sahen vorbei wandernde Arbeiter den Wärtern in die Augen, dann scheu wieder hinfort.
Natürlich war Gewalt an der Tagesordnung. Erst bei der Nachtwache, kam jedoch das wirkliche Ausmaß des Schreckens an die Oberfläche. Sawyer war zur Kontrolle in der Schlafhalle eingeteilt. Eng aneinander gescharrt, nur von dünnen Kabinenwänden getrennt, lagen die Leute auf ihren durchgelegenen Matratzen und versuchten unter ständiger Beschallung der lauten Motoren zu schlafen. Man konnte es kaum glauben, dass sie überhaupt unter dem lauten Geräusch schafften zu ruhen. Inmitten von Nathans Schicht wanderten gleich mehrere der Wärter in das Labyrinth von Stellwänden. Und sie kamen nicht allein wieder raus. Besonders auffällig war, wie sich ein jugendliches, rothaariges Mädchen dagegen sträubte. Sie versuchte sich mehrmals zu befreien, begann zu heulen und wurde im Endeffekt doch nur von ihrem Peiniger lautstark zurecht gewiesen, ehe sie sich mitziehen ließ. Schreie durchdrangen immer wieder die Nacht und durchpeitschten das monotone Tönen der Apparate.
Später kam schließlich die Ablösung von Sawyer, der ihn über das Treiben aufklärte.
„Manche Leute wollen sich was nach der Arbeit dazu verdienen und verabreden sich mit den Wärtern.“ So war zumindest die offizielle Version. Die Empörung war aus Sawyers Gesicht deutlich heraus zu lesen. „Hier läuft es doch auch nicht anders ab, als in Vegas, man. Bloß kannst du dir hier deinen Sklaven einfach so aussuchen. Manche kommen auch von selbst und hängen sich an deine Brust und wollen ein bisschen vom Zucker der besseren Gesellschaft ab haben. Vielleicht versuchst du es auch mal. Du hast ja jetzt schließlich frei…“
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BeitragThema: Re: Arbeitslager Nummer 2   Mo Okt 07, 2013 9:19 am

Ein gewisser Alltag stellte sich schnell ein, Sawyer ließ sich in die jeweiligen Bereiche einweisen, ehe er selber das Kommando übernahm und seinen Kollegen irgendwelche Schichten aufhalste, die natürlich dachten, er sei einfach nur faul. In Wahrheit war ihm die allgegenwärtige Grausamkeit jetzt schon zu viel. Man merkte richtig, wie abgestumpft die Menschen hier waren, ob Arbeiter oder Wärter. Milo Newman bot dabei das Paradebeispiel an Abscheulichkeit und prahlte nahezu mit dem Blut, dass seine Hände befleckte. Die Gammas schauten zu ihm nicht mehr aus reiner Demut auf, sondern aus schierer Angst. Als Sawyer vom stämmigen Riesen die Anlagen gezeigt bekam, ging ein heiseres Raunen umher und die Sklaven arbeiteten, sofern dies noch möglich war, noch einen Schritt zügiger. Milo badete merklich im Leid der Menschen und der Alpha fragte sich, wie es soweit kommen konnte, wie dieser Muskelprotz hier sämtliche Ruder an sich gerissen hatte. Immerhin hatte er eingeschränkte Befugnisse. Da Sawyer vorerst unentdeckt im Hintergrund agieren wollte, behielt er seinen Tadel für sich. Hier und da konnte er sich einen abschätzenden Blick, oder ein vernichtendes Kommentar nicht verkneifen, aber der Wärter offenbarte schnell, dass sich seine Welt sowieso nur um sich ganz allein drehte und dass er keinerlei Hochachtung vor irgendwas oder irgendwem hegte. Als der Kerl sich das junge Mädchen zur Brust nahm, wandte sich Sawyer angeekelt ab. Er schmiedete bereits jetzt schon Rachepläne, wie er es dem Newman schlussendlich heimzahlen würde.
Auch der Abend wurde unterhaltsam und ein brutales Rache Szenario spielte sich immer und immer wieder in Nates Kopf ab, mit dem er sich mental beruhigte. Zum ersten Mal ergriff Sawyer Partei und nahm seine Ablöse unter einer Anzahl von Handgreiflichkeiten zur Seite „Es ist mir scheiss egal, was hier Gang und Gebe ist und was dir in deinem Spatzenhirn vorschwebt, wie es anderswo zugeht.“, knurrte der Alpha und ließ dann von dem Mann ab, ehe er zu weit ging. Er durfte sich nicht jetzt schon einen Namen machen, er musste das Spiel zunächst mitmachen „Lass das mal meine Sorge sein, was ich in meiner Freizeit mache.“
Mit diesen Worten stampfte er davon zu den Gemeinschaftsschlafsälen. Er teilte sich das Zimmer mit zwei anderen Wärtern, so wie er es damals in der Ausbildung getan hatte. Dies war ihm sowieso schon ein Dorn im Auge. Dies wurde auch noch davon getoppt, dass einer seiner Zimmergenossen einer derer gewesen war, die soeben das Schlaflager der Gammas besucht hatte. Es war dunkel im Raum, aber die Geäusche waren eindeutig. Wutentbrannt donnerte der West mit der Faust auf den Lichtschalter und brachte seinen Kollegen damit aus dem Konzept.
„Ey, spinnst du?!“, fragte dieser aufgebracht, doch Sawyer war schon an sein Bett getreten und hatte ihn von der Person unter sich gezerrt „Du hast voll den Arsch offen, geht’s noch offensichtlicher? Und was soll das hier überhaupt werden, der Junge ist noch ein halbes Kind!“, entgegnete der Panthera und ballerte dem Wärter eine.
Er warf dem verstörten Gamma ein Laken zu und bedeutete ihm zu folgen, an der frischen Luft wandte er sich mit ausdruckslosem Gesicht zu ihm: „Du wirst zurück gehen und die Schnauze halten, über das was passiert ist. Wenn du das hier wirklich für Geld getan hast, dann würde ich dir raten, es in Zukunft sein zu lassen. Ich werd ein Auge auf dich haben.“
Er ließ es halbwegs so klingen, als würde er dem Jugendlichen selber vorwerfen, für das Vorgefallene verantwortlich zu sein.In einem unachtsamen Moment packte er ihn unsanft am Arm und schubste ihn von sich, nur um ihm in der selben Sekunde ungesehen ein paar Kronkorken zuzustecken „Hau ab.“
Für einen kurzen Moment starrte ihn der Gamma entgegen, dann rannte er davon. Nathan schnaubte verächtlich, der schlaksige Kerl hatte ihn zusehends an Booga erinnert.
Seine Aktion war am nächsten Tag Thema Nummer 1 und Mr Newman war selbstverständlich der Erste, der Sawyer auf den Sack ging und ihm unzureichende Härte vorwarf und ihm eine weitere Predigt über Disziplinarverfahren hielt.
In der folgenden Nacht schob er eine Doppelschicht bei den Gammas und es kam, wie es kommen musste. Drei der anderen Wärter suchten die Gesellschaft des Alphas auf, unter anderem auch der Typ der ihn gestern abgelöst hatte.
„Versteh uns nicht falsch, Alter, aber du bringst hier schlechte Stimmung rein, weißt du, wir sind hier sowas wie eine Familie. Und in einer Familie bleiben Sachen unter sich, wenn du verstehst was ich meine. Wenn du dazu gehören willst, dann musst du dich echt anstrengen!“
Sawyer hätte fast laut aufgelacht „Du willst mich verarschen, oder?“
Dass es sich um keinen Scherz handelte checkte Sawyer spätestens, als sich einer der Typen entfernte und mit einer langhaarigen Frau im Schlepptau zurückkehrte und sie Sawyer in die Arme schubste.
„Komm schon, zier dich nicht so! Du siehst so aus, als könntest du etwas Spaß vertragen!“
"Der Meinung bin ich aber auch!", ertönte eine bekannte Stimme und Milo kam um die Ecke geschlendert, so als wäre er gerade sowieso hier unterwegs gewesen und schaute kurz vorbei.
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Starfire
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BeitragThema: Re: Arbeitslager Nummer 2   Mo Okt 07, 2013 9:43 am

Die Frau starrte Sawyer mit trüben Augen entgegen. Sie wirkte leer und tot, wie eine Puppe, die willenlos als Spielball benutzt wurde. Schweigend senkte sie ihr Haupt. Die braunen Locken überschatteten ihr Gesicht. Wiederholend strich sich die Arbeiterin über den eigenen Arm. Nervös. Ängstlich. An ihren Armen befanden sich Striemen, aber es handelte sich keinesfalls um Prügel von den Wärtern. Vielmehr schien sie sich selbst die Haut aufzukratzen. Selbstverletzendes Verhalten.
Anscheinend rechnete sie nicht mehr mit dem Schlimmsten – sondern war schon darüber hinaus.
Während die Wärter weiter auf Sawyer einredeten, bildete sich neben ihnen eine Menschentraube von Arbeitern.
Streit unter den Aufsehern selbst gab es so gut wie gar nicht und lockte viele neugierige Blicke an. „Ich glaub ich spinne! Ihr da unten, weiter arbeiten!“, ertönte die zerberstende Stimme von Newman. Unter der immensen Kraft seiner Stimme zuckten Viele zusammen, beugten sich hinweg und widmeten sich erneut ihrer Aufgaben.
„Vielleicht ist sie nicht sein Typ“, lachte Jemand von der Seite. Immer erwartungsvoller schienen sie Nathan anzusehen. Es drohte zu eskalieren, als sehr plötzlich ein weiterer Wärter mit einem blonden, jungen Mann dazu stoß.
Der Knabe war noch jünger als Booga und einte in seinem Gesicht das selbe bubenhafte Aussehen, mit einer wuscheligen Pagenfrisur. „Ich denke das wird ihm eher gefallen“, sagte der Wärter mit einem süffisanten Lächeln.
Sawyer schien außer sich vor Wut. Mechanisch, ohne lange abzuwarten, schritt der Junge auf den neuen Wärter zu, stellte sich auf die Zehenspitzen und  begann ihm heftig das Ohr abzukauen.
Diese Show schien den Übrigen zu gefallen. Der schokierte Blick von West machte es nur umso besser. Sie pfiffen und grölten. „ Ich hab es gesehen“, ertönte die sanfte Stimme vom Knaben, der Sawyer ins Ohr flüsterte.
Ohne zu zögern legte er seine Hand in den Schritt vom West und hielt die Show nach außen hin aufrecht. „Du könntest wenigstens so tun als würde es dir gefallen. Sonst wird hier nachher noch Jemand vergewaltigt“, waren die nächsten Worte, welche in minimaler Lautstärke zugeflüstert wurden. Während Sawyer sich wieder in seiner Meisterdisziplin – der Täuschung – behauptete, fieberten die umliegenden Wärter mit. Natürlich schien Sawyer noch zögerlich, aber irgendwie landeten sie im nächsten Büroraum.
Der Knabe namens Phil zog sein Hemd aus und sagte dabei verständlich: „Schließ die Jalousie.“
Erst, als ihre Intimität und das Alleinsein wirklich gewährleistet war, schritt der Jugendliche auf den Älteren selbstbewusst zu und fühlte unter dessen Kragen um den Anhänger hervor zu holen.
„Lester hatte einen Verdacht“, erklärte Phil und wirkte sofort beruhigt: „Wir sind vom Bund“, erklärte er knapp und verbrachte die nächste halbe Stunde damit Sawyer Dinge zu erzählen. Zwischendurch riefen sie laut und ahmten Geräusche nach – sonst wäre der Verdacht zu groß gewesen. „Ich möchte dich etwas fragen… vor einiger Zeit… haben sie welche von uns mitgenommen. Wir sind nur noch wenige Widerstandskämpfer. Seitdem… ist es noch schlimmer als vorher. Weißt du was mit ihnen passiert ist? Gibt es neues aus dem Olymp?“
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BeitragThema: Re: Arbeitslager Nummer 2   Mo Okt 07, 2013 10:12 am

Der West hatte schon viel erlebt, aber das hier übertraf alles. Der Soldat war zwischenzeitlich erstarrt und hatte die Hände tief in den Taschen seines Overalls vergraben, die Finger fest um das Innenfutter geklammert. Einen kurzen Augenblick spielte er mit dem Gedanken, die Wärter einfach alle niederzumetzeln, aber die Erfolgschancen waren gering und sie waren in der Überzahl. Jeder Einzelne hatte es verdient, seine Lederstiefel tief in Rektum geschoben zu bekommen. Jegliche homophobe Ader fiel von ihm ab, als der blonde Jüngling sich an seinen Hals warf und leise zu ihm sprach. Besitzergreifend packte er seinen angeblichen Bettgefährten und zerrte ihn davon.
„Tatsächlich? Dabei hab ich mir echt Mühe gegeben.“, spottete Sawyer gereizt und entschuldigte sich für das eben Geschehene, auch wenn er nichts dafür konnte. Eine Entschuldigung war bei sowas nur ein kleiner Trost, angesichts der tagtäglichen Übergriffe.
„Wieviele sind noch übrig? Ich schätze, ich bin der einzige unter den Wärtern?“, erkundigte er sich über die Gruppenstärke der Bundmitglieder. An der Tür polterte es, die gebotene Show war wohl nicht aufregend genug. Milde lächelnd gab Sawyer ein paar ungestüme Laute von sich, dann beantwortete er die Frage des jungen Mannes.
„Einige haben überlebt, einige sind gestorben. Es wird dich sicher nicht freuen zu hören, dass ich damals selber einige deiner Freunde in Empfang nehmen durfte. Fort Vegas wurde noch während der Verhöre Opfer eines Anschlags. Die Rebellen konnten einen Großteil befreien. Kein Wunder, dass die Regeln hier verstärkt wurden. Sämtliche überlebende Bund Mitglieder konnten fliehen.“
Die Sache mit den Giftspritzen ließ er aus. Er kam sich komisch vor in seiner Erzählerrolle. Er sprach von den Widerstandskämpfern, als würde er sich nicht dazu zählen. Sawyer wanderte im Büro auf und ab und strich sich über das stoppelige Kinn „Ich komme aus Olymp, aber ich bin noch... in der Probezeit? Ich fürchte, ich bin keine große Hilfe.“, gab Nathan zu und sah etwas hilflos zu seinem Verbündeten. Vermutlich hatten die Leute hier auf eine Rettung gewartet, doch Starfire hatte nur ihn geschickt. Sollte er auf eigene Faust versuchen, den Helden zu spielen, so würde es auf jeden Fall schief gehen. Andererseits konnte er das Arbeitslager so nicht verlassen, mit dem Gewissen, dass die Menschen sich hier zu Tode schuffteten, denn die Menschen hatten jetzt ein Gesicht, einen Namen.
"Ich versuche euch zu helfen, aber momentan kann ich wenig ausrichten."
Mit den Worten zupfte sich Sawyer in der Spiegelung der Fensterscheibe seine Haare zurecht, so dass sie ungemacht aussahen und knöpfte sich die Hose auf, nur um sie beim Hinausgehen demonstrativ zuzumachen.
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BeitragThema: Re: Arbeitslager Nummer 2   Mo Okt 07, 2013 10:32 am

„Kennst du das Mädchen, das Katie heißt?“, fragte der junge Mann mit einem ernsten Gesicht und wirkte in der Tat enttäuscht, als Sawyer ihm die ganze Wahrheit erzählte. Schwermütig atmete Phil durch und wirkte, als wäre eine Bombe eingeschlagen. Betäubt von den schlechten Nachrichten.
„Okay“, sagte er, etwas frustriert.
„Es ist wichtig Leute für den Bund zu rekrutieren. Seit dem Übergriff sind nur noch ich und Lester übrig. Lester ist Wärter, aber das bringt uns reichlich wenig.“ Bedrückt schüttelte der Widerstandkämpfer seinen Kopf: „Die Leute haben Angst. Seitdem das passiert ist. Sie wollen lieber ein paar Jahre länger leben und sind bereit in Gefangenschaft zu sterben.“
Erneut ein Kopfschütteln. Der Blick dieses jungen Kerls war dabei so finster und konzentriert, dass es widernatürlich schien. Seine Augen schienen alt, wissend. Jemand in seinem Alter war normalerweise nicht in der Lage die eigenen Gefühle auf solch eine Weise zu reflektieren…
Er hatte wohl einiges durch gemacht. „Dabei waren wir so kurz davor…“,flüsterte Phil enttäuscht und versuchte sich selbst etwas verfranzt aussehen zu lassen. Dafür machte er sogar rasch ein paar Übungen, damit er ins Schwitzen kam.
„Wir konnten das Lager fast räumen. Alles war vorbereitet. Aber irgendwie…“
Man hatte sie erwischt. Irgendwo war etwas durchgesickert, wo etwas nicht hätte durchsickern dürfen. Nun waren Booga und andere befreit… das war zwar positiv, letztendlich brauchten sie die Verstärkung aber auch vor Ort.

Nachdem Sawyer raus gekommen war, begegnete er nur noch einem Wärter, welcher ihm grinsend zu zwinkerte. Der Rest hatte sich wieder auf die anderen Ebenen verteilt.
Von da an tanzten tagtäglich die Dämonen von Sawyer mit dem Teufel der anderen Wärter.
Natürlich versuchten die beiden Bund Anhänger Sawyer’s Schein zu wahren…
Reibereien zwischen den Aufsehern entstanden trotzdem. Besonders Nate und Milo entwickelten immer mehr Antipathien gegeneinander und schlugen sich schließlich im Eifer des Gefechts, wodurch beide Männer als Strafe für einen Tag vom Dienst quittiert wurden und in ihren Quartieren blieben. Je länger Sawyer in dem Lager blieb, umso grauer wurde die Welt um ihn herum. Nachdem sich rumgesprochen hatte, dass Nathan des Öfteren Phil zu sich holte, versuchten sich auch andere Jugendliche in seinem Alter zu verkaufen. Und sie waren dabei verdammt hartnäckig…
Die Gespräche mit Philipp wurden von Mal zu Mal länger, während er Sawyer über die irren Regeln der Lager aufklärte: „Es ist hier einfach ganz normal mit den Wärtern mitzugehen. Vor allem wenn man noch Familie hat. Man will seinen Geschwistern ja was bieten können. Es gibt natürlich auch arme Säue, so wie Booga zum Beispiel, das war echt…“ Phil konnte an dieser Stelle nicht einmal weiter sprechen, sondern schüttelte nur den Kopf, ohne zu wissen, dass Sawyer eben genau diesen Kerl verhört hatte.
„Der Bund war das Einzige, was ihm geholfen hat das auszuhalten. Jason war einfach drauf und dran ihn für sich einzukaufen und flucht auch heute noch, dass ihr Stan abgeführt habt.“

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BeitragThema: Re: Arbeitslager Nummer 2   Mo Okt 07, 2013 11:45 am

Es war ein leichtes zu Erkennen, wie viel weiter der junge Gamma in seinem Denken war, als beispielsweise gleichaltrige Alphas. Der Schrecken des Lagers hatte ihn gezeichnet und ihm die Kindheit genommen, was blieb ihm anderes übrig, als die Welt mir anderen Augen zu betrachten?
Nathan schöpfte etwas Mut. Nach jedem Gespräch mit den Untergrundkämpfern, blühte in ihm ein kleiner Funken Hoffnung auf, dass er die armen Seelen hier irgendwie rausschaffen würde. Vielleicht nicht heute oder morgen, aber in naher Zukunft. Der Kampfgeist war noch nicht unter dem Regime der Wärter gebrochen.
Phil war an jenem Abend wieder zu ihm gekommen, das Gerede seiner Kollegen juckte ihn wenig.
Sie hatten lange geredet, Sawyer hatte ihm nach einigem Zögern seine komplette Geschichte erzählt und wie nicht anders zu erwarten, traf er auch hier wieder auf eine völlig neue Barmherzigkeit, ein Verständnis, zu dem selbst die ältesten Greisen der Aristokratie nicht fähig waren.
„Wer ist Katie? Ich kenne keine Katie, sorry. Aber Booga kenne ich.“
Die Bilder aus dem Gefängnis holten Sawyer ein, in Olymp war er dem Schnibli nicht über den Weg gelaufen, Starfire hatte ihm aber mitgeteilt, dass er nun dort lebte. Er würde es dem rothaarigen Drogendealer nicht verübeln, wenn er später erfahren sollte, dass er ihm tatsächlich ausgewichen war. Er hatte Stanley Schnibli zwar verschont und dabei seinen eigenen Kopf riskiert, aber das konnte und würde er ihm niemals vorhalten. Der West war womöglich nicht nur für Booga eine Schreckensfigur, Fort Vegas hatte viele Unschuldige konditioniert...
„Es wird spät, habe Ramsay gesagt, ich brauche heute nicht lange.“
Sein Zimmergenosse nahm ihre Absprachen sehr genau, nachdem Nate ihn in den ersten Tagen hier Bloß gestellt hatte. Sawyer begleitete Phil noch vor die Tür um eine zu Rauchen und beobachtete den bewölkten Sternenhimmel. Die Motoren der gewaltigen Maschinen klopften und tönten wie ein stetiges Herzklopfen des Lagers. Von weitem kündigte sich Ramsay an, er rief ihm laut etwas zu. Er war betrunken, er taumelte sichtlich. Der Wärter machte vor Sawyer Halt und eine ungenießbare Fahnre wehte zum Alpha herüber „Oah, fuck man, hattest du nicht gerade Schicht?“
Ramsay gluckste zufrieden „Jarp. Hab grad noch dein' Ladyboy getroffn, mit Newman. Wusste garnich, dass du teilst! Nja, ich hau mich hin.“


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Arbeitslager Nummer 2
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